4 Gründe, es nicht zu tun

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Warum verhalten sich Menschen nicht, wie man es von ihnen erwartet? Warum fahren sie zu schnell, räumen ihre Dreckwäsche nicht weg, kommen nicht pünktlich an Sitzungen? Warum tun sie es nicht? Ist ihnen nicht bewusst, warum das gewünschte Verhalten notwendig ist – oder sind sie einfach nicht bereit, es zu tun? Vier mögliche Gründe, warum sie sich nicht verhalten, wie sie sollten.

2 Fragen, um unerwünschtes Verhalten zu erklären

Jemand tut nicht, was er/sie sollte. Erste Frage: Ist es ihr/ihm bewusst, warum das gewünschte Verhalten sinnvoll wäre? Zweite Frage: Ist er/sie bereit, das auch zu zeigen?
Die Frage nach den beiden Dimensionen Bewusstsein und Bereitschaft lässt vier mögliche Hintergründe für unerwünschtes Verhalten deutlich werden – und gibt vorallem Hinweise, wie damit umzugehen ist.

Hohe Bereitschaft – Tiefes Bewusstsein

Mitarbeitende kommen regelmässig 5 Minuten zu spät an Sitzungen. Sie empfinden dieses Verhalten selber als unangemessen und schleichen mit schlechtem Gewissen in das Sitzungszimmer. Offensichtlich sind sie sehr bereit, pünktlich zu erscheinen: Ihre Bereitschaft ist hoch.
Auf der anderen Seite ist ihnen jedoch nicht bewusst, dass ihre Verspätungen der Firma direkten Schaden zufügen. Es ist ihnen nicht sonderlich bewusst, warum sie das Verhalten zeigen sollten: Ihr Bewusstsein ist tief.
Massnahme: Sollen die Mitarbeitenden pünktlicher an Sitzungen erscheinen, müssen sie sensibilisiert werden für den Schaden, den sie mit ihren Verspätungen verursachen. Die Regel, das nächste Mal einen Kuchen mitnehmen zu müssen, bringt ausser dem Kuchen gar nichts, denn die Mitarbeitenden sind ja bereit, das gewünschte Verhalten zu zeigen. Eine Sanktion ändert entsprechend nichts an ihrer so schon hohen Bereitschaft.

Tiefe Bereitschaft – Hohes Bewusstsein

Menschen fahren zu schnell auf Autobahnen. Es ist ihnen sehr bewusst, dass das die Unfallgefahr erhöht und die Umwelt mehr belastet: Das Bewusstsein ist hoch. Trotzdem sind sie nicht bereit, sich an reduzierte Tempolimiten zu halten. Kurz: Ihre Bereitschaft, das Erwartete zu tun, ist tief.
Massnahme: Radarkontrollen und hohe Bussgelder bewirken eine Verhaltensänderung. Senisbilisierungskampagnen bringen diesen Leuten wenig – es ist ihnen ja bereits bewusst, dass ihr Verhalten schädlich ist.

Tiefe Bereitschaft – Tiefes Bewusstsein

Mitarbeitenden wird empfohlen, nach jedem Kundenkontakt ein neues Formular zur Qualitätssicherung auszufüllen. Den Mitarbeitenden ist weder dessen Sinn schlüssig bekannt, noch finden sie es angemessen, es zu tun. Sie sind sich weder dem Sinn des gewünschten Verhaltens bewusst noch sind sie bereit, es zu zeigen.
Massnahme: Sind wie hier Bereitschaft und Bewusstsein tief, müssen obige Massnahmen kombiniert werden. Die Mitarbeitenden sensibilisieren, warum das Formular wichtig ist und in einem weiteren Schritt Verbindlichkeit schaffen, Konsequenzen in Aussicht stellen.

Hohe Bereitschaft – Hohes Bewusstsein

Selbst wenn Bewusstsein für das gewünschte Handeln hoch ist und auch die Bereitschaft, es zu zeigen, da ist: Menschen verhalten sich bisweilen nicht, wie sie sollten: Dreckwäsche bleibt auf dem Badzimmerboden liegen, statt im Wäschekorb zu landen. Zwar ist sehr bewusst, wie mühsam das für den/die Partner/in ist, man schätzt das Verhalten als sehr unangemessen ein und ist absolut bereit, es zu ändern. Kurz: Bereitschaft und Bewusstsein sind hoch – und trotzdem wird das Verhalten nicht gezeigt.
Massnahme: Hier reichen kleine «Stupser» (Nudges), die im entsprechenden Moment an das gewünschte Handeln erinnern. Ein Post-It am Badzimmerspiegel, ein auffällig roter Wäschekorb.

 

Kurz: Nicht jedes unerwünschte Verhalten lässt sich mit neuen Regeln und Strafen verändern. So einfach funktionieren Menschen nicht. Ein geklärtes Verständnis davon, was die Menschen bewegt, in bestimmten Situationen so zu handeln, wie sie es eben tun, hilft, dem angemessen zu begegnen.

Mehr zum Thema unter Weiterbildung und Coaching.

Daniel Duss4 Gründe, es nicht zu tun

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