Konfrontation und Wertschätzung

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Konfrontation – Was ist das? Kampf? Konflikt?
Nein. Im Gegenteil. Ein Blick auf die Wortherkunft bringt Klarheit. Fragt sich nur noch, ob man damit die Beziehung – z.B. zu Mitarbeitenden – gefährdet. Und warum nicht.

Konfrontation oder Konflikt? Wortherkunft

Konfrontieren stammt im 17. Jh aus dem mittellateinischen confrontare = gegenüberstellen. Dieses setzt sich zusammen aus con = mit/zusammen und  frons = Stirn, also einander die Stirn bieten.
Das althochdeutsche stirna (11. Jh) meint das Ausgebreitete, die Fläche.
In der Konfrontation geht es also offenbar darum, einander eine Art Angriffsfläche zu bieten. Sich auszubreiten, sich angreifbar zu machen.
Konflikt hingegen stammt vom lateinischen conflictus = feindlicher Zusammenstoss, Kampf. Im Kampf geht es gerade darum, keine Angriffsfläche zu bieten.
Zuerst also dies: Eine Konfrontation ist kein Konflikt. Sie ist zuerst einmal ziemlich genau das Gegenteil davon. Und sie verlangt vorallem nach einem: Wertschätzung.

Die Bedeutung der Wertschätzung

Kann man jemanden mit Schwierigem konfrontieren und dabei wertschätzend bleiben? Unbedingt!
Für echte Konfrontation ist Wertschätzung sogar notwendig. Kritik trifft nämlich nur dann hart und klar, wenn sie mit Wertschätzung verbunden ist. Die Kritik des Freundes trifft wirkungsvoller als jene des Feindes.
Wertschätzung gibt der Kritik also erst die Härte und Verbindlichkeit. Vorallem aber trägt sie so auch mit, lässt Beziehungen auch unter Belastung tragfähig bleiben. Die Beziehungsebene trägt dank Wertschätzung die Sachebene, die konfrontativ ist.  „Hart in der Sache, weich zur Person.“ sagt die Harvard Methode dazu. Von dieser Verhandlungsmethode kann man im Übrigen auch lernen, dass man sich auf Interessen und nicht auf Positionen konzentrieren soll – wie bei der Geschichte der zwei Männer, die beide den letzten Kürbis kaufen wollen. Ihre Positionen sind unvereinbar, denn sie wollen den gleichen, letzten Kürbis am Markt. Erst als der Fokus auf ihre Interessen geht, wird klar: Der eine will aus dem Innern eine Suppe machen, der andere aus der Hülle eine Laterne. Mit dem Fokus auf den Interessen wird auch diese scheinbar widersprüchliche Situation auflösbar.
Kurz: Wir sind zur Konfrontation verpflichtet, wenn wir die Menschen mögen. Auch weil Entwicklung nur dank Konfrontation möglich ist. Erst wenn Menschen nicht mehr selber denken, verschwindet Konfrontation und damit jede Entwicklung.
Daniel DussKonfrontation und Wertschätzung

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